Tourenplanung

 

Am Wochenende soll es auf Tour gehen, und jetzt steht die Planung an.

 

Doch wie plant man am besten eine Tour?

 

Was sollte man beachten, damit es danach auch wirklich ein toller Tag draußen in der Natur wird und man am Abend nach der Tour zusammen Glücklich und zufrieden auf dem Sofa liegt.

 

Egal ob es „nur“ eine lange Runde in der Heimat sein soll, oder ob man ins (Mittel-)Gebirge fährt, das Grundprinzip in der Tourenplanung bleibt gleich. Bei einer anspruchsvollen Tour wird man die einzelnen Punkte sicherlich mit mehr Sorgfalt durchgehen, als bei kurzen schnellen einfachen Nachmittagsrunde oder der Runde die man regelmäßig läuft, aber zumindest kurz im Kopf geht man die meisten Punkte auch bei den „einfachen kurzen“ Runden durch.

 

 

Der Start

 

Es steht fest, dass man an Tag X eine Tour unternehmen möchte, dies ist bei den meisten der erste fixe Punkt der steht. Und der Zweite Blick geht zum Wetterbericht.

Teilweise hat man auch ein Wochenende zu Verfügung und muss einen Tag (daheim) irgendwas arbeiten und der andere Tag kann für eine Tour genutzt werden. Dann geht der Blick erst zum Wetterbericht und man kann sich den schöneren Tag für die Tour aussuchen.

Oder man möchte unbedingt die Tour Y machen, hat diese bereits geplant und wartet nur noch auf einen Tag an dem das Wetter passt und man Zeit hat.

 

 

 

Das Wetter

 

Jetzt steht es fest am Tag X geht es auf Tour, der nächste Punkt ist das Wetter. 

Für das Wetter eine zuverlässige Seite aufrufen, die ordentliche Vorhersagen macht, und nicht nur Sonne vorhersagt (so verlässlich wie es halt möglich ist)

Für die Alpen und das Mittelgebirge ist der Wetterbericht des Alpenvereins eine sehr gute Anlaufstelle. Dort werden die Berge in großräumige Gebiete aufgeteilt.

Anhand dieser Gebiete kann man sich sehr gut für eine Region entscheiden, in der es für die Tour gehen soll.

Die Tourenauswahl

 

Nach dem die Region für die Tour fest steht, kommt jetzt die Tourenauswahl. Dafür gibt es diverse Tourenführer und Onlineportale in denen man eine passende Tour findet. 

Aber Achtung, in den Büchern sind Schwierigkeit, Gehzeit, Höhenmeter deutlich besser überprüft als in den Onlineportalen in denen jeder seine Touren veröffentlichen kann, was für einen erfahrenen Alpinist eine leichte Tour ist, kann laut der offiziellen Skala bereits ein schwarzer anspruchsvoller Weg sein. 

Bei den ersten Touren lieber etwas defensiv unterwegs sein, damit man auch wirklich Spaß hat und auch gut ankommt. Nach einigen Touren kann man sein eigenes Tempo und Fähigkeiten gut einschätzen und weiß wie flott und trittsicher man unterwegs ist. 

Wenn man sich dann an anspruchsvollere Touren herantraut, erst mal wieder etwas mehr Zeit einplanen, da durch schwierigere Wege das Tempo wieder langsamer wird.

 

Das Wetter 2.0

 

Nun steht die exakte Route fest und jetzt kann das Wetter nochmal für die Tour direkt überprüft werden. Teilweise kann es doch nochmal Abweichungen geben, zu dem Wetter für die gesamte Region. Meist nur in Nuancen, aber trotzdem sollte man hier nochmal einen Blick in das Wetterportal werfen.

Hierfür empfehlen sich die offiziellen Seiten, wie DWD (Deutscher Wetterdienst) oder für die Alpen (Deutschland und Österreich) der Seite vom ZAMG. Bei den Apps habe ich sehr gute Erfahrungen mit Meteoblue und Bergfex Wetter gemacht, diese nutzen als Grundlage den Wetterbericht vom DWD und ZAMG.

Bei der Kontrolle des Wetters schaut man sich dieses am besten für einen Talort in der Nähe des Startpunktes an und für einen Gipfel der Tour, bzw. Einen Gipfel in der Nähe an.

So hat man einen guten Anhaltspunkt für Temperatur, Wind, Wolken, Niederschlag und Sonne im Verlauf der Tour.

Die dadurch enthaltenen Informationen werden beim packen des Rucksackes und bei der zeitlichen Planung der Tour berücksichtigt.

 

Exakte Zeitliche Planung der Tour

 

Wer kommt alles mit? Ist man alleine unterwegs oder mit Freunden? War man mit diesen schön öfter unterwegs und weiß wie Fit diese sind? Ansonsten lieber etwas mehr Zeit einplanen. Umso größer die Gruppe umso länger braucht man, auch wenn alle gleich fit sind. Denn jeder braucht mal nen kurzen Stopp, kurz was trinken, nen Snack, Jacke aus oder an, hier nen Fotostop, etc. Man sollte trotzdem versuchen die Stopps auf Tour möglichst gemeinsam zu nutzen, ansonsten steht man alle 10 Minuten. 

Wie viele Höhenmeter schaffe ich/die Gruppe in der Stunde und wie viele Kilometer.

Also grober Anhaltspunkt kann man mit folgenden Daten rechnen

300-400hm im Aufstieg pro Stunde und 4km pro Stunde. Im Abstieg schafft man 400-500hm pro Stunde und ebenfalls 4km bei normalen Wandertempo. (Von diesem Tempo wird auch in der gängigen Führerliteratur ausgegangen) Von der kürzeren Zeit wird nur die hälfte genommen. 

 

Rechenbeispiel: Höhenmeter 1200hm im Auf- und Abstieg und 12km, Auf und Abstieg sind gleich lang. Daraus folgt für den Aufstieg 1200hm : 300hm = 4h, 6km : 4km = 1h 30min, Die längere Zeit sind die Höhenmeter, also adiere ich dazu die hälfte der Zeit von der Gehstrecke.

Daraus folgt 4h + 1h30min : 2 = 5h 30min für den Aufstieg

Im Abstieg kommen wir auf 1200hm : 400hm = 3h und 6km : 4km = 1h30min

Daraus folgt eine Zeit für den Abstieg von 3h + 1h30min : 2 = 4h30min

Somit benötigen wir für die gesamte Tour eine GehZeit von 10h 0min, dazu kommt noch die Zeit für Pausen

 

Anhand der berechneten Zeit kann man sich Zwischenpunkte setzten, so genannte Checkpoints.

Wenn man somit nach der hälfte der Aufsteigszeit noch nicht die Hälfte des Aufsteiger geschafft hat, sollte man sich überlegen ob es Zeitlich und Konditionell noch für die gesamte Tour reicht, oder ob man lieber umdreht.

 

Nach einigen Touren werdet Ihr wissen wie schnell euer Tempo ist und was ihr in einer Stunde an Distanz und Höhenmeter schafft. Und könnt so eure Touren zeitlich genauer planen. Am Anfang lieber etwas mehr Zeit einplanen und vor allem nicht die zusätzliche Zeit für die Pausen und Stopps vergessen.

Wenn der Weg anspruchsvoller wird, benötigt man ebenfalls etwas mehr Zeit und nach 8h wandern ist man sicherlich nicht mehr so schnell unterwegs wie nach 2h. Und lange Touren sollten bereits langsamer gestartet werden als man das bei kürzeren Touren macht, so dass man über die komplette Tour ein möglichst konstantes Tempo aufrecht erhalten kann.

 

Wenn nun fest steht wie lange man unterwegs sein wird, kann man jetzt planen wann es am Parkplatz los gehen soll, damit man z.B vor dem Regen oder der großen Hitze wieder zurück am Auto ist.

Dann kommt noch die Fahrzeit bis dahin dazu, hier auch nen Puffer für Stau etc. Einplanen. Und dann steht fest, wann man sich daheim trifft um loszufahren.

 

Equipment Check

 

Wie ist das Wetter? Warm, kalt, windig, Sonne, Regen?

Dementsprechend packe ich meinen Rucksack am Vortag und lege die Kleidung bereits am Vorabend parat, die auf der Tour angezogen wird. Oft ist es Hilfreich sich eine Packliste (Packliste für eine Tagestour im Sommer) anzufertigen, mit der man jedesmal den Rucksack packt, damit man auch ja nichts vergisst.

Wenn man in einer Gruppe unterwegs ist, kann man sich absprechen, wer das ErsteHilfe Zeug mitnimmt, nur vergessen sollte man es nicht, getreu dem Motto „ich nehme es nicht mit XY hat es ja dabei“ ohne es davor abgeklärt zu haben.

 

Wenn der Rucksack gepackt ist und alles parat liegt, kann man entspannt ins Bett gehen und weiß, morgen muss man nur noch die bereit gelegten Klamotten anziehen und es geht los zu einem tollen Tag in der Natur.

 

 

Wenn man dann am Abend heimkommt und alles so geklappt hat, wie man es davor geplant hat, dann hat man alles richtig gemacht. 

Und die nächste Tour geistert bestimmt schon im Kopf herum… und dass ganze planen beginnt von vorne.

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