Biwaktour auf die Benewand

Die Zweite Bergtour für Fala stand an...und da ging es gleich mal hoch auf die Benediktenwand inklusive erster Schikanen für einen Bergneuling. Aber das ist uns noch nicht genug, wir wollten gleich auch noch biwakieren und das im Winter. Also sind wir los, oben lag knapp ein Meter Schnee und Temperaturen hatten wir nachts unter Null Grad...

 


Aber jetzt erst mal alles der Reihe nach.

Es sollte endlich mal wieder eine Biwaktour geben. Damals, bei der Planung, gab es noch keine Fala und auch noch nicht den Gedanken daran...so ist es halt, wenn der Hund recht kurzfristig ins Rudel schneit...

Der Plan lautete, Ende Februar geht es auf die Benewand, da ist es schon bisl wärmer und oben steht ne Biwakschachtel, somit ist man doch etwas mehr vor der Witterung geschützt. Tour und Datum stand, auch wenn der Start noch ein paar Wochen entfernt war. In genau dieser Zeitspanne ist Fala in mein Leben marschiert. Aber deswegen die Biwaktour absagen, ne kommt nicht in die Tüte, und außerdem ist Fala ja kein Welpe mehr, sondern ein Junghund, die schafft die Tour schon, Vor allem sind das mit Biwak nur zwei kurze Etappen.

 

 

Da drei Hunde ja nicht wirklich viel sind … ging es kurzerhand mit fünf Hunden auf Tour. Meine drei, plus der Ari (Hund von meiner Oma) und der Amigo (Hund von meiner Freundin und heutigen Tourenpartnerin). Dank VW Bus stellte die Anreise zum Startpunkt kein Problem dar. Bis es endlich los ging, dauerte es allerdings einige Zeit, da ich einfach noch nicht genügend Routine habe, beim fertig machen von vier Hunden. Vor allem ist Fala noch echt flummig und ein Meister im Leinenchaos veranstalten. Irgendwann hatte ich es dann doch geschafft, die Geschirre, Rucksäcke und Leinen an und auf die richtige Person / Hund zu verteilen. Es konnte losgehen.

Auf einem Forstweg ging es die ersten Kilometer entspannt dahin, perfekt und sich warmzulaufen und die Hunde zu sortieren. Die sortierten sich allerdings sehr schnell selbstständig und zuckelten vorweg.
Und dann ging es auch relativ bald auf schmäleren Wegen weiter und die erste große Herausforderung ließ nicht lange auf sich warten, eine Gitterbrücke über einen Gebirgsbach. Erstens waren es die großen Gitter und zweitens konnte man durchschauen und es ging doch so 4m nach unten. Fala zögerte zwar, aber folgte dann Filou und Riis. Check - Erste Hürde gemeistert. Beim Rückweg, ging sie gleich ohne Probleme über die Brücke.

 

Kurz danach begann der wirkliche Anstieg, als Motivation gab es davor noch einen beeindruckenden Wasserfall. Der Weg war jetzt so schmal, dass sich die drei Hunde nebeneinander ziemlich im Weg umgingen. Darum habe ich Riis kurzerhand abgeleint, sie musste jetzt hinter mir gehen. Dort klebte nur schon Ari an meinen Wadeln. Ari klebt generell und immer an meinen Wadeln, wenn er sich da mal wegbewegt ist das ein Weltwunder. Ari ist aber auch nicht ganz normal, denn er weiß glücklicherweise auch nicht, dass er ein Jadghund ist und ich werde mich davor hüten, ihm das zu erzählen...

 

 

Immer höher führte uns der Weg, dabei mussten zahlreiche Bäche überquert werden, doch auch dies war für Fala kein Problem. Sie ist halt einfach ein neugieriges und mutiges Mädchen.

Langsam wurde der Schnee immer mehr und die Spuren von anderen Wanderern immer weniger. Zeit für die Schneeschuhe … gut dass wir diese mitgenommen haben.
Irgendwann gab es gar keine anderen Spuren mehr. Zunächst war der Wegverlauf noch gut zu erahnen, doch dann, ausgerechnet an einer kniffeligen Stelle mit einer Felskante, gab es weder rote Punkte noch von der Landschaft her Anzeichen, wo der Weg weiter geht. Nun waren unsere Pfadfinderkenntnisse gefragt. Nach einer außerplanmäßigen Klettereinlage erreichten wir nach 200m wieder den richtigen Weg. Leider wollte sich das richtige Stück Weg auch beim Abstieg nicht offenbaren.... Aber was wäre eine Tour ohne ein kleines Abenteuer..?

 

 

Jetzt war es nicht mehr weit. Nach kurzer Zeit traf unser Weg auf den anderen, häufiger begangenen Weg von Benediktbeuern über die Tutzinger Hütte zum Gipfel. Jetzt gab es dann auch wieder eine Spur, der wir einfach nur noch folgen mussten. Simone fiel jetzt ziemlich zurück und ich bekam ein schlechtes Gewissen, da ich ja mit 3 HS (Hundestärken) den Berg hinauf gegangen war. Deswegen bot ich ihr an, dass sie auf der nächsten Tour, Filou ausgeliehen bekommt. Der zieht für Zwei... Allerdings lohnte es sich jetzt nicht mehr, ihr den Filou zu geben, da wir eh gleich da waren. Wir hatten doch etwas länger gebraucht, als gedacht, dies lag an der kaum bzw. gar nicht vorhandenen Spur und dem doch relativ hohen Schnee.

Ich bin schon mal vor zur Biwakschachtel und sah erst mal Spuren und dann neben dem Eingang zwei Paar Stöcke, wir waren also nicht die einzigsten die diese sensationelle Idee hatten, das Wochenende in den Bergen zu verbringen. Während ich noch die Hunde sortierte und von Leinen und Geschirren befreite wurde mir schon die Tür geöffnet. Und ich sah zwei Leute drinnen sitzen.

Allerdings wollte ich erst mal draußen die Hunde von ihrem Zeug befreien, damit drinnen weniger Aktion herscht. Zur Simone rief ich: „Wir sind nicht die einzigsten, da sind schon zwei.“ Daraufhin ertönte aus der Biwakschachtel. „ Nein nicht zwei, sondern vier.“ Ok das kann spannend werden, also insgesamt 6 Leute und 5 Hunde in einer Biwakhütte. Aber wo ein Wille ist, ist auch ein Weg. Allerdings muss hier erwähnt sein, dass die Biwakhütte jetzt nicht die kleinste ist...

 

In der Hütte war erst mal Hunde sortieren angesagt. Alle bekamen einen Pulli außer Filou, der bekam zwei übereinander, die beide recht warm waren. Danach schickte ich sie alle auf die Hundeisomatte, dort sind sie sofort in einen mehr oder weniger tiefen Erhohlungsschlaf gefallen.

Wir machten uns in der Zwischenzeit unser Essen, Nudeln mit Gemüse und Pesto - Frisch kochen ist einfach genial, da saumäßig lecker. Danach gab es nur noch einen Tee und dann gings ab in den Schlafsack.

 

Der letzte Gedanke von allen war, hoffentlich muss niemand nachts raus...

Die Nacht war nicht so erhohlsam wie gehofft, da Filou und Ari doch etwas kalt war, und ich sie deswegen an den geöffneten Schlafsack gelegt habe, so war zwar keinem kalt, aber bequem und Platz haben ist was anderes. Aber was macht man nicht alles für die Hunde...

Fala hat sich dann in der Nacht, als ich gerade Filou zugedeckt habe, den Platz in der Schlafsackkapuze gemopst. Also keine Kapuze für mich … aber dafür einen Nackenwärmer, es gibt definitiv Schlechteres. Riis lag auch irgendwo an mir dran so war ich umkesselt von Hunden.

 

Ring Ring Ring ... Oh Nein ich hatte vergessen meinen Wecker auszuschalten, jetzt hatte ich pünktlich um 6 Uhr die gesamte Belegschaft aufgeweckt... Die waren mir zum Glück nicht böse und nach dem alle noch etwas gedöst hatten, sind wir aufgestanden. Brrr, es war sau kalt außerhalb des Schlafsacks, aber so ist es halt, wenn man im Winter auf Biwaktour geht...

Jetzt war erst mal Frühstück machen angesagt. Dank der Tatsache, dass frischer Schnee lag, konnten wir uns einiges an Gewicht in Form von Wasser sparen. Der Schnee wurde in Etappen in etwas warmes Wasser gegeben, denn so schmilzt er schneller, da er sich mit Wasser vollsaugt und die isolierenden Lufteinschlüsse wegfallen, diese sind richtige Brennstofffresser. Es gab einen schön warmen Tee mit Müsli, meinem selbst kreiertem Spezialwandermüsli, das auch nur bei Zugabe von warmen Wasser sehr lecker schmeckt.

 

Danach begann das allgemeine Packen, jeder wollte jetzt los. Fala lief jedem im Weg rum, während die anderen brav auf ihrer Isomatte warteten, aber da Fala das noch nicht kann, lief sie halt durch die Gegend...

Endlich, alles war wieder verstaut, die Hunde angeschirrt und es konnte losgehen. Bergab müssen meine Hunde hinter mir gehen. Da es jetzt aber gerade erst losging und alle vor Energie strotzen, gestaltete sich dies den ersten Kilometer gar nicht so einfach. Nach dem Einlaufen, lief es dann allerdings wie geschmiert, wir kamen flott voran da es die Hänge jetzt im Rutschegleitschritt hinab ging.

Nur noch der letzte steile Abstieg, dann waren wir auch schon wieder am Wasserfall angelangt. Von dem ging es nur noch entspannt sachte bergab bis zum Parkplatz in der Jachenau.

 

Aber was wäre eine Biwaktour ohne zusätzliches Abenteuer. Unser VW Bus wollte nicht anspringen, da seine Batterie schon etwas älter war... Deswegen habe ich vorsorglich ein 50m Kabel eingepackt, ein Ladegerät war dank der Tatsache, dass er als Camper genutzt wird schon eingebaut. Also den netten Wirt gefragt, ob wir uns etwas Strom klauen könnten. Das war zum Glück gar kein Problem. Während der Bus also an der Steckdose steckte, sind wir rein ins Gasthaus und haben einen Kaffee getrunken und uns mit dem Wirt über Hunde unterhalten. Nach knapp einer Stunde verabschiedeten wir uns herzlichst von dem Wirt und fuhren heim.

 

So kann man definitiv ein stahlend schönes Wochenende im Februar verbringen....

 

wir freuen uns schon auf die nächste Biwaktour.  

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Kommentare: 3
  • #1

    Caro (Mittwoch, 08 März 2017 00:22)

    Kleiner Hundemessi XD
    Cooler Bericht. Hier hats in den Höhenlagen jetzt auch noch ein bisschen geschneit. Mal schauen was am WE so geht. LG und bis bald. Freu mich schon die fala kennen zu lernen.

  • #2

    Udo (Freitag, 10 März 2017 19:43)

    Coole Fala, die Gitterbrückenlektion so flott wegzustecken! Am liebsten würde ich jetzt auch für ein Wochenende packen ... Schöne Photos!

  • #3

    MountainDogs (Montag, 13 März 2017 21:15)

    Fala hat ja auch zwei tolle Vorbilder...
    und ihr neugieriges offenes Wesen tut das übrige