Dogtrekking Training im Alltag

 

Langsam schmilzt der Schnee, die ersten Knospen sprießen und am Wegesrand entdeckt man schon die ersten Frühblüher.
Es ist Frühling und höchste Zeit wieder intensiv mit dem Training für die anstehende Dogtrekking Saison zu beginnen. Vor allem da man nach der Winterzeit bei den jetzt wieder wärmeren Temperaturen unfassbar motiviert ist und sich regelrecht mit seinem Hund zusammen in die Natur stürzen möchte – wären da nicht Verpflichtungen, wie Arbeit, Haushalt, Kinder etc. die auch noch erledigt werden möchten, dann wäre man eigentlich nur noch draußen….
Leider benötigen diese Verpflichtungen aber ziemlich viel Zeit, sodass nicht mehr so viel für das Training bleibt und DT ist nun mal ein sehr zeit intensives Hobby, da lange Trainingsmärsche erforderlich sind.

 

Jetzt stellt sich natürlich für viele die Frage wie zur Hölle man ein ernsthaftes Training in den normalen Alltag integrieren soll. Die gute Nachricht ist, dass es möglich ist. Die schlechte, dass des Öfteren der innere Schweinehund überwunden werden muss.

 

Abhängig von der eigenen Arbeitszeit heißt es entweder früh aufstehen um vor der Arbeit noch nen paar Kilometer unter die Füße und Pfoten nehmen zu können, oder man muss sich nach der Arbeit nochmal aufraffen und ne Runde drehen.
Jetzt ist natürlich jedem klar, dass es nicht möglich ist, an einem Arbeitstag eine 50km Runde zu drehen, wenn man auch noch was erledigen muss und am nächsten Tag ausgeschlafen sein möchte.

 

Aber eine flotte Runde zwischen 15km und 30km ist durchaus drinnen. Jetzt stellt man sich natürlich die Frage wie man damit ein 100km DT finishen möchte. Die Menge machts, Ziel ist, dass man innerhalb von drei Tagen auf die Länge des DTs kommt. Umso mehr km pro Tag umso besser natürlich. Dabei ist wichtig, dass das Training an drei aufeinanderfolgenden Tagen erfolgt. Optimal wäre es, wenn man das ganze mit dem Wochenende kombinieren kann. Dann sähe ein Trainingsablauf beispielsweise so aus.

 

Samstag 30km, Sonntag 50km, Montag 20km. Somit habe ich in den drei Tagen mein Ziel von 100km erreicht. Wenn man es schafft einen Tag davon zu erhöhen um über das Ziel der 100km zu kommen ist das natürlich nochmal wirkungsvollen. Wenn Ihr nur für einen Hike oder die Tour trainiert, dann fallen natürlich auch eure täglichen Trainingseinheiten dementsprechend kürzer aus. Aber auch hier gilt beim Training die 3 Tage Regel. Obwohl es bei Distanzen unter 50km auch sinnvoll ist, im Training innerhalb von zwei Tagen auf das angestrebte Kilometerziel zu kommen.

 

Auch kann man sein Training durch Variationen in der Wirkung steigern. Eine Möglichkeit besteht darin in die Runde möglichst viele Höhenmeter einzubauen, teilweise muss man dafür den einzigen Hügel in der Umgebung halt gefühlte zehn mal hochlaufen, dass stärkt gleichzeitig auch noch die Willenskraft und das Durchhaltevermögen.


 

Die nächste Variante ist, dass man Beispielsweise die kürzeste Trainingseinheit laufend absolviert und somit einen höheren Trainingseffekt durch das gesteigerte Tempo erzielt.

 

Eine weitere nette Variante ist es mit schwerem Gepäck zu laufen, dies kann man auch gleich im Zuge eines Micro Adventure machen.
Wenn man beispielsweise einen ganzen und einen halben Tag Zeit hat, dann nimmt man einfach seine Biwakausrüstung und genügend zu Essen mit und nächtigt irgendwo im Wald. Dies sorgt für Abenteuer und Wildnissfeeling vor der Haustür, stärkt die Bindung von Mensch und Hund und sorgt für ein gesteigertes Training, durch das schwerere Gepäck.
Für viele ist es auch ungewohnt, nach einem anstrengenden Tag im Wald zu übernachten und dann nach dieser Nacht wieder weiter zu wandern. Dabei ist genau dies, die Kunst, die man bei Mehrtagestouren beherrschen muss. Auch auf einer einfachen Isomatte erholt am nächsten Morgen aufzuwachen. Das ist möglich – keine Frage – aber etwas Gewöhnung ist durchaus nötig.
Aber ich finde, genau diese Micro Abenteuer machen unseren Alltag besonders, davon kann man dann die nächsten Wochen in den stressigen Zeiten von zerren und es Unterscheidet unser Leben von der breiten Masse, die Tag ein Tag aus denselben Einheitsbrei als Alltag hat.


 

Als letzten Punkt möchte ich noch anmerken, dass es die Mischung macht. Nach den so wichtigen Wandereinheiten, folgen bei uns auch Trainings mit dem Scooter oder dem Rad, mal mit den Hunden im Freilauf, mal mit den Hunden im Zug. Oder wir gehen im Sommer mal im Fluss oder See schwimmen.

 

Dabei lautet mein Motto immer Es muss Spaß machen, zwinge dich nicht unnötig und auch wenn heute eigentlich eine Joggingeinheit im Trainingsplan steht, du heute aber total Lust auf Scootern hast, dann gehe diesem Wunsch nach. Nur wer Spaß beim Training hat, kann auch erfolgreich sein.

 

Um das Tempo zu optimieren sind Lauf-Einheiten optimal. Diese kann man Variieren, von kurzen knackigen Sprinteinheiten bis hin zu ausdauernden Kilometerfressenden Einheiten. Immer getreu dem Motto „Die Mischung machst“ und „immer mal was anderes, damit es nicht langweilig und Eintönig wird“
Den Eintönigkeit ist der Tod, nichts ist demotivierender wie Woche für Woche, das selbe Programm abzuspielen. Das Leben braucht Höhepunkte und Anreize von denen man an den schlechten Tagen zerren kann.

 


Doch eines sollte man bei all dem Trainingseifer nicht vergessen und das ist die Regeneration. Denn Ohne diese ist jedes noch so tolle Training nur halb so effektiv.

So sollte man sich 1-2 Pausentage in seine Woche einbauen. Mit Pause ist natürlich nicht gemeint, dass man den ganzen Tag faul auf dem Sofa rumlungert, sondern dass man sich und dem Körper und natürlich auch den Hunden Erholung gönnt.

Man kann zum Beispiel an den Tagen mit den Hunden Kopfarbeit machen, wie Tricks Trainieren, den Grundgehorsam verbessern oder man führt ein paar Koordinations- und Stabilisationsübungen mit dem Hund durch.

 

Das selbe gilt natürlich auch für den Menschen. Dieser kann an den Pausentagen ebenfalls eine kurze Krafttrainingseinheit durchführen oder sich Dehnen. Denn ein rundum gelenkiger und fitter Körper ist auch beim Dogtrekking leistungsfähiger. 

 

 

Und ganz wichtig!!!

wenn dann der erste Wettkampf ansteht, sollte man seinen Trainingsumfang etwa 2-4 Wochen vor dem Wettkampf reduzieren, damit eine aktive Regeneration stattfinden kann und man am Wettkampfstag fit und ausgeruht ist und somit seine maximale Leistung abrufen kann.

Umso länger die angestrebte Distanz ist, umso früher sollte man mit der Regeneration beginnen. Spätestens zwei Wochen vor dem Event sollte aber jeder, egal welche Streckenlänge man gewählt hat, den Trainingsumfang reduzieren.

In dieser Zeit darf man natürlich weiterhin seine 5-6 Tage die Woche trainieren, nur sollten die Einheiten kürzer und nicht mehr so anstrengend sein.

Das Ziel dieser Phase ist es, die aktuelle Fitness zu erhalten, also genau so viel zu trainieren das keine Muskeln oder Kondition verloren gehen, aber eben auch nicht zu viel zu trainieren.

Der Körper soll diese Zeit nutzen können, alle Energiespeicher im Körper aufzufüllen und so minimale Verletzung, wie ein paar Muskelfaserrisse, durch Muskelkater oder Prellungen oder auch eine Überdehnung irgendeiner Sehne zu regenerieren.

 

Dies setzt natürlich voraus, dass man rechtzeitig mit dem Training begonnen hat, damit man etwa einen Monat vor dem Rennen die nötige Fitness erreicht hat. Und man die Wochen vor dem Rennen zur Regeneration und mentalen Vorbereitung nutzen kann.

In dieser Zeit beschäftige ich mich mit meinem Proviant und Ausrüstung für Unterwegs. Bereite Riegel vor und schaue was ich an Ausrüstung benötige und wie ich sie am besten verstaue.

Mit der Erfahrung wird dies natürlich zur Routine, aber es stimmt einen mental sehr gut auf den anstehenden Wettkampf ein

 

Die Kunst ist also rechtzeitig mit dem Training zu beginnen und den inneren Schweinehund, der die ein oder andere Ausrede im petto hat, gar nicht erst zu Wort kommen lassen.

 


 

Und jetzt schnappt euch eure Hunde und raus zum Trainieren

 

 

Dabei immer dran denken „Es gibt kein schlechtes Wetter, nur unpassende Kleidung“

 

 

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Kommentare: 1
  • #1

    hundwegsam (Sonntag, 25 März 2018 22:31)

    Danke für die schöne Anleitung - endlich muss ich nur noch einen Link schicken wenn mal wieder jemand nachfragt :-)