Alpencross Gries-Laas Teil 2

Am nächsten Morgen wachten wir erholt auf. Ich stand auf und machte schon mal das Wasser fürs Müsli warm und ging mit den Hunden eine Mini Runde, damit deren Kreislauf in Schwung kam und sie auch wach wurden. Denn leider fraßen sie seid gestern ziemlich schlecht. Mal schauen ob es heute früh besser sein würde. Als ich zurück am Zelt war und das Hundefutter an die Mädls verteilte, kroch auch Felix so langsam aus dem Zelt. Er ist einfach kein Frühaufsteher…aber auch mit so was muss man sich arrangieren.

 

Leider fraßen die Mädls jetzt auch nicht wirklich was, ein paar Bröckchen Trockenfutter und zwei Streifen Trockenfleisch verschwanden aber immerhin im Hund. Ich hoffe das würde sich bald wieder normalisieren, denn sonst hätten wir echt ein Problem. Bei Fala kenne ich es ja, dass sie ab und an etwas mäkelig ist, aber Riis frisst normal alles, immer und überall. Mal schauen wie es sich weiter entwickelt.  

Nach unserem eigenen Frühstück ging es ans einpacken. Dass Zelt war heute leider noch ziemlich nass, aber was solls, bisl ausgeschüttelt und dann ab damit in den Rucksack. Als alles wieder sorgsam im Rucksack verstaut war ging es weiter. Zunächst die restlichen Höhenmeter hinab nach Gries, das Dörflein konnten wir auf einem schönem Pfad oberhalb umgehen. Anschließend folgte einer dieser langen ziemlich langweiligen Talhatscher zur irgendeiner Hütte, diesmal war es die Amberger Hütte zu der uns der Hatscher führte. Immerhin konnten wir auf dem Weg dahin schon den Blick auf die schöne Bergwelt genießen. Dass wichtigste in den letzten Tagen, war das regelmäßige benutzen der Sonnencreme. Da wir aber 50er benutzten reichte in der Regel sich einmal in der früh einzucremen und an ganz heißen Tagen am Nachmittag nochmal die wichtigsten Stellen nachzucremen. Nach dem passieren der Hütte begannen endlich die Trails, diese führten uns einen grünen Hang hinauf, der mit einzelnen Felsblöcken durchsetzt war. Umso näher wir dem Atterkarjoch kamen umso mehr nam der Felsanteil zu und das Gras zog sich zurück.

Zum Ende hin war es ein Blockfeld aus riesigen Blöcken und wir müssen teilweise wirklich von Block zu Block hüpfen und recht präzise landen. Für die Hunde war das körperlich und mental echt anstrengend. Da sie viel springen mussten und dabei auch noch exakt landen mussten. Hier war echte Teamarbeiit gefragt. Kurz vor dem Joch angekommen standen wir erst mal vor einer größeren Aufgabe. Der reguläre Weg führte Drahtseilversichert über breitere Stahlstifte zum Joch. Das wäre mit unseren Mädls schon machbar, aber es musste nicht unbedingt sein, wenn es einen anderen Weg gibt. Also wählten wir den Weg über den Gletscher. Das war aber eh nur noch so ein Gletscherrest ohne Spalten. Es lag noch etwas Schnee drauf, sodass wir recht guten Grip hatten. Einzig der Übergang vom Gletscher wieder auf den Felsen war kritisch. Da sich schon eine kleine Randkluft gebildet hatte und der Fels ziemlich brüchig war. Mit sorgsamer Wegewahl und behutsamen setzen der Füße meisterten wir diese Stelle. Endlich auf dem Joch angekommen genossen wir erst mal die Aussicht um dann festzustellen, dass wir jetzt noch bisl über den Grat klettern durften. Damit die Hunde wendiger waren nahmen wir Ihnen die Packtaschen ab und befestigten diese auf unseren Rucksäcken. Jetzt zahlte es sich aus, dass ich die beiden mit dem Palisades Pack ausgestattet hatte. Denn wir konnten Ihnen die Packtaschen abnehmen, aber sie hatten trotzdem noch das Basisgeschirr an, an dem wir sie sichern konnten. Jeder von uns nam einen Hund an die Leine und zusammen kraxelten wir den Grat entlang. Dieser Abschnitt zusammen mit dem Gletscher davor, ist echt nur was für wirklich bergerfahrene Hunde und noch erfahrenere Menschen, die Ihre Hunde optimal unterstützen können. Nach der kurzen aber anspruchsvollen Kraxelei ging es „nur“ noch bergab. Aber erst mal noch verdammt steil den Hang hinunter, hier würde ein falscher Schritt auch verdammt böse enden. Als wir endlich auch diesen Abschnitt gemeistert hatten, schnauften wir erst mal tief durch.

 

Wir waren jetzt auf einer schönen grünen Hochebene auf der auch Scharfe grasten. Fala fand das natürlich hochinteressant. Die Hunde bekamen wieder Ihre Packtaschen an und weiter gings. Am Ende der Hochebene, vor dem langen Abstieg hinab in einen Vorort von Sölden machten wir unser Mittagspäuschen inmitten von Heidelbeeren. Hier war dann tatsächlich die eine oder andere Beere schon reif und ergänzte mein Mittagessen.


 

 

Nach dem wir in der Sonne entspannt hatten ging es weiter. Der Weg war ein wunderschöner Trail, wir konnten nicht anders und fingen an zu laufen. Unser Rucksack, der Thule Alltrail 45 erwies sich als erstaunlich lauf tauglich. Er sahs gut und kompakt am Rücken und wackelte so gut wie nicht. Natürlich ist so ein großer Rucksack nicht für lange Läufe gemacht, aber so zum locker bergab laufen geht es echt gut. Umso näher wir dem Tal kamen umso heißer wurde es. Unten war es richtig heiß, da lief uns de Soße schon beim geradeaus gehen hinab. Nach ein paar Asphalt Kilometern hatten wir das Zentrum von Sölden erreicht. Wir waren bei all den Touristen natürlich die totale Fotoatraktion mit den Hunden und Ihren Packtaschen….da hat noch niemand was von der DSGVO gehört…. Wir machten dann erst mal einen Spar ausfindig. Man muss es ja ausnutzen mal in einer Stadt vorbei zu kommen. Ich gönnte mir erst mal eine frische Nektarine und dazu einen leckeren veganen Kokosjoghurt. Für meine Futterverweigere besorgte ich 2kg!!! Frischfleisch und noch Käse und so Kauzeug für die nächsten Tage.

Das Fleisch verschwand natürlich innerhalb von Sekunden in den Hunden und auch ein paar Trockenfutter Bröckchen wurden davor verspeist. Mal schauen wie es sich weiter entwickelt.

 

 

 

Wir hatten beschlossen den nächsten Teil bis Vent mit dem Bus zu fahren, da wir aufgrund unseres Zeitlimits von zwei Wochen ziemlich wenig Zeit hatten und ich unbedingt das Adamellogebiet erreichen wollte. Deswegen sparten wir uns hier fast einen Tagesmarsch oberhalb des Tals entlang. In Vent angekommen orientierten wir uns kurz und machten uns auf die Suche nach einem Nachtplätzchen. Wir wurden auch recht bald fündig und konnten beim Abendessen noch den Sonnenuntergang genießen, der unser Plätzchen noch lang wärmte. Die Hunde waren trotz der kleineren Etappe extrem müde, weil das Atterkarjoch mental einfach so anstrengend gewesen ist.  

 

 

 

Am nächsten morgen standen wir zeitig auf und bauten erstmal das Zelt ab, gefrühstückt haben wir dann, aufgrund der morgendlichen frische, im Schlafsack. Es war aber schon absehbar, dass es heute wieder verdammt warm werden würde. Zum Glück würden wir uns heute in größere Höhe bewegen. Davor ging es aber erst mal hinein in ein Tal, mal wieder ein ewig langes Tal. Erstes Etappenziel war die Martin-Busch-Hütte. Dort trafen wir noch andere Wandere mit einem Hund. Dies war aber nicht verwunderlich, den ein Großteil des heutigen Tages führte uns auf dem bekannten E5 entlang. Von der Hütte ging es weiter hinauf zu Similaunhütte. Technisch war der Weg nicht schwer und echt super zu gehen. Wir überholten Horden von E5 Wanderern, die uns natürlich alle fotografieren mussten. Direkt oben am Pass steht dann die Similaunhütte. Dort machten wir auf der Terrasse Pause und gönnten uns eine Gemüsesuppe. Hier auf knapp über 3000m war es angenehm warm sobald die Sonne da war und frisch wenn sich eine Sonne vor die Wolke schob. Anschließen ging es wieder hinab, wie sollte es auch anders sein. Der Weg war ziemlich schön und wir liefen wieder im lockeren Laufschritt hinab. Dabei bot sich immer ein gigantischer Blick auf den Vernagter Stausee, der absolut Türkisblau schimmerte.

 

In Vernagt angekommen hatten wir beide extrem Lust auf nen Kaffee, wir hatten schließlich an dem Pass bei der Similaunhütte Italien betreten. Dazu gab es dann auch noch ein erfrischendes Fruchteis.
So gestärkt und wieder mit erwachten Lebensgeistern ging es wieder weiter. Erst mal auf der anderen Stauseeseite einen bewaldeten Hang hinauf. Hier merkte man allein an der Vegetation schon, dass man jetzt in Italien ist. Es war immer noch verdammt warm und jede Wasserquelle wurde von uns genutzt um was zu trinken. Nach dem Anstieg folgte erst mal eine lange und wunderschöne Querung, die für die Beine genau zum richtigem Zeitpunkt kam. Nach dem passieren einer Hütte, an der scheinbar ein Jungendlager stattfand ging es noch ein letztes mal am heutigen Tag Bergauf. Wir alle freuten uns schon auf unser Nachtlager. Mal schauen wo wir dieses heute aufschlagen würden.

 

 

 

 

 

Das Joch war schon lange erkennbar, bzw. der nur wenig höhere Gipfel daneben. Nach einem letztem steilem Schlussanstieg erreichten wir endlich das Joch. Dort war in der Outdooractivekarte eine Hütte eingezeichnet, die Heilbronner Hütte. Wir hatten uns unterwegs noch gewundert, dass die Hütte auf keinem Schild angeschrieben war. Also wir dann den Ort erreicht hatten war uns auch klar warum. Die Hütte existierte schon lange nicht mehr, es war nur noch das verfallene Fundament vorhanden. Aber daneben war eine kleine Biwakhütte aus Steinen gebaut worden. Die kam uns wie gerufen, nach einer kleinen Besichtigung war

 

klar, dies ist unser perfekter Nachtplatz.

 

Erst mal haben wir uns häuslich eingerichtet. Die Hunde kuschelten sich nach dem heutigem langen Tag gleich auf ihrer Isomatte zusammen und träumten von Gämsen, Futter und was weiß ich…

 

 

Wir machten uns dann nochmal auf, zu dem 100hm tiefer gelegenem See um dort Wasser zu holen und eine Katzenwäsche durchzuführen. Es ist zwar Arschkalt, aber danach fühlt man sich richtig erfrischt und vor allem sauber. Mit vollen Wasservorräten ging es dann wieder hinauf. Die Hunde hatten sich keinen Millimeter bewegt. Wir machten uns dann erst mal ein leckeres Abendessen. Währenddessen bekamen die Hunde auch Ihre Portion. Die sie heute auch gut gegessen hatten. So langsam waren unsere Rucksäcke echt leer, den morgen würden wir zum Campingplatz marschieren, wo unsere zweite Hälfte des Proviants auf uns wartete. Wir hatten das Vorab mit der Post dort hingeschickt. Vor allem für die Hunde war die Lieferung wichtig, denn in den Supermärkten findet man nur Müll für die Hunde, dass einzigste was ich Ihnen dort besorge ist Frischfleisch, zum Sofort fressen und Käse, da man den auch gut transportieren kann und der viel Energie gibt. Nach einem gemütlichem Abend mit sensationellem Sonnenuntergang ging es ab ins Bett. Heute mal ein absolut ebenes Schlaflager, dass ist ja schon Luxus pur.

 

Am nächsten Tag wachten wir erholt auf. Zeug zam packen, frühstücken und dann ging es los. Heute war ein sehr entspannter Tag, es ging eigentlich nur bergab, aber ein paar Kilometer waren es dann doch. Zuerst hinab zu dem See und dann noch weiter zu einem weiterem See, ab dann waren wir in der Morgensonne unterwegs. Der Weg war ein kleiner Pfad und führte uns durch wunderschöne Italienische Almlandschaft.
Doch leider endete der Pfad recht schnell und es ging auf einer Forststraße weiter, die echt unangenehm zu gehen war, noch dazu wurde es immer heißer, da wir uns den Mittagsstunden näherten und in immer tiefere Gefilde kamen. Der Finale Abstieg führte nochmals über einen Pfad, aber der war leider nicht so schön zu gehen und es war einfach unerträglich heiß. Wer Felix mit richtig schlechter Laune erleben möchte, sollte mit Ihm 1000hm auf Forstwegen abwärts gehen…

Irgendwann hatten wir dann die Stadt erreicht und wir suchten uns erst mal den erst besten Brunnen und haben die Hunde dort rein geschmissen, damit die sich abkühlen konnten. Nach dem die wichtigsten Bedürfnisse gestillt waren, ging es erst mal auf die Suche nach einer Eisdiele, den Italien ohne Eis geht gar nicht. Glücklich nach einem leckerem Eis ging es zum Bahnhof. Wir mussten eine Station mit der Bahn zu unserem Campingplatz fahren. Dort angekommen, erst mal das Zelt aufgebaut, glücklich festgestellt, dass unser Paket da ist. Nach einer gemütlichen Pause machten wir uns auf in die Stadt auf der Suche nach dem nächsten Supermarkt. Unterwegs kamen wir an einer Metzgerei vorbei, ich fragte einfach mal, ob sie Abfälle für die Hunde hätten. Und ob, er nam mich mit in einen Hinterhof, er schlachtet tatsächlich noch selbst…und ich bekam eine fette Tüte mit Schlachtabfällen und das ganze sogar umsonst. Solche Momente sind einfach das besondere an solch einer Tour. Die Hunde würden heute Abend ein Festmahl bekommen. Wir plünderten noch den halben Supermarkt und danach gings zurück zum Campingplatz. Den Nachmittag in der Sonne und mit frischem Südtiroler Apfelsaft verbracht.

 

Zum Abend ging es in ein leckeres Restaurant, wir gönnten uns einmal das volle Programm, morgen geht’s ja wieder los auf ne schön lange Etappe. Am Campingplatz wurden wir dann schwach und ein echter Südtiroler Wein wurde noch unter dem Sternenhimmel genossen, bevor wir ins bequeme Zelt krochen. Der Entspannte Tag heute hatte uns allen gut getan. Mit neuer Energie würden wir morgen auf die zweite Hälfte unserer Tour aufbrechen.

 

Bilder by Mountaindogs und mountains in focus

Text by Mountaindogs

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