Altmühltal Panoramaweg

Lange vorher geplant, war es jetzt endlich soweit, es ging los ins Altmühltal.

Der VW-Bus war voll bis oben hin, denn 4 Personen, 4 Hunde, ein Boot und Gepäck brauchen doch ordentlich Platz.

Wir hatten uns ein sehr schlaues System ausgedacht um eine Streckenwanderung mit nur einem Auto zu bewältigen.

Simone und ich wurden mit den Hunden in Kehlheim rausgeschmissen und hatten jetzt 5 Tage Zeit um bis nach Gunzenhausen zu wandern, also ging es für uns Flussaufwärts.

Meine Eltern fuhren mit dem Auto nach Gunzenhausen und stachen dort am nächsten Tag in See, ähhh in den Fluss. Mit Filou als Beschützer und Galionsfigur folgten sie mit ihrem Gummikanadier immer dem Fluss. Doch da die Altmühl es sehr gemütlich meint, hatten sie ordentlich zu paddeln.

Wenn wir dann in Gunzenhausen angekommen sind, dazwischen liegen allerdings 198km und 4900hm holen wir sie mit dem Auto irgendwo wieder ab.

 

Soweit zumindest der Plan....

Sehr motiviert starteten Simone mit Amigo und ich mit meinen zwei Mädls um 14 Uhr in Kehlheim. Heute standen uns nur 23km bevor, da wir nur noch einen halben Tag zu Verfügung hatten.

Zuerst führte uns der Weg am wunderschönen Donaudurchbruch entlang.

Von dort ging es quer durch den Wald, immer auf dem Keltenwall entlang zum Main-Donau-Kanal in den auch die Altmühl ihr Wasser speist. Heute gab es auch gleich den ersten kleinen Umweg, da die Schilderbauer unbedingt der Meinung waren, mann müsse doch unbedingt das Kloster Weltenburg besichtigen. Nach dem wir uns dieses unfreiwillig angeschaut hatten ging es wieder in den kühlen Wald, denn ansonsten sehr klar beschilderten Weg entlang.

 

Fala wurde noch mit einem Bootie versorgt, da sie vor ein paar Tagen in eine Glasscherbe getreten war und die Pfote noch am verheilen war. Mit Proviant waren wir zwar für die nächsten Tage gut ausgestattet, meine Schultern merkten das nur zu deutlich, aber wir hatten dennoch den grandiosen Einfall uns noch etwas frisches Gemüse und Obst zu kaufen. Kurz vor 20:00Uhr sprinteten wir noch in einen Lidl, somit stand einem fünf Sterne Abendessen nichts mehr im Wege. Nun fehlte nur noch der dazu passende fünf Sterne Nachtplatz.

Auf der Karte sprang mir da schon ein Punkt ins Auge und wir überredeten unsere Beine nochmal dazu einen letzten Hügel für heute zu erklimmen.

Alle waren wir froh als wir diesen traumhaften Platz erreichten, und die Aussicht samt Sonnenuntergang genießen konnten, als Entschädigung für den letzten Anstieg.

 

 

Simone war so einen schweren Rucksack nicht gewöhnt und genoss jetzt einfach die Abendstimmung, während ich mich ums Abendessen kümmerte. Es gab Couscous mit frischem Gemüse und Pesto. Mit vollem Magen schlürften wir dann noch einen Gute-Nacht-Tee und verkrochen uns dann auch sehr Zeitnah in unseren Schlafsäcken.

Am nächsten Morgen weckte uns die frühmorgendliche Sonne. Der Tag begann dann erstmal mit einem lecker stärkendem Müsli inklusive einer frischen Nektarine. Der Weg führte uns auch heute wieder abwechselnd direkt an der Altmühl entlang, oder auch mal 100hm über dem Fluss. So kamen dann schon immer einige Höhenmeter pro Tag zusammen, allerdings hatte man dadurch auch viele wunderschöne Aussichtspunkte mit sensationellem Weitblick in das Flusstal und auf Burgen und Schlösser.

Egal wo wir andere Leute trafen, unsere Hunde waren immer ein Blickfang und ein Anreiz für ein Gespräch. Die meisten Leute glaubten aber irgendwie dass sich Hunde von Luft und Liebe ernähren, da sie zu Riis's Packtaschen immer meinten, ja so was brauchen wir auch für unser Gepäck, dass ich aber einen fetten Rucksack auf dem Rücken habe und die Wuffls ja auch irgendwas essen müssen wurde bei deren Überlegungen vernachlässigt...

Als Mittagsplätzchen suchten wir uns einen schattigen Platz direkt am Fluss, damit die Hunde sich abkühlen konnten und ordentlich was trinken. Amigo war gar nicht mehr aus dem Wasser zu bekommen. Nach einer ausgiebigen Pause machten wir uns wieder auf den Weg, immer dem Wasser nach, mal mit mehr und mal mit weniger Abstand.

 

Auch heute machten wir einen unfreiwilligen Umweg, dass passiert, wenn der Weg eigentlich total gut beschildert ist und mann vor lauter ratschen einen kleinen Pfeil übersieht....

Heute liefen uns auch die ersten anderen Panoramaweg Wanderer über den Weg, aber diese folgten alle der Altmühl flussabwärts, dies war ja auch die logische Wegrichtung.

 

 

Gegen späten Nachmittag liefen wir direkt an einem Lidl vorbei und versorgten uns dort wieder mit frischem Obst und Gemüse. Auf einer Bank in einem Park machten wir noch unsere Nachmittagspause. Die Bank stand direkt auf einem Platz der positiven Energie, denn dort kreuzen sich zwei rechtsdrehende Wasseradern. So mit positiver Energie betankt liefen sich die letzten Kilometer fast von alleine, aber halt nur fast. Diesmal fanden wir ein nettes Plätzchen neben einem Holzstapel und genossen beim Abendessen die letzten Sonnenstrahlen des Tages. Alt wurden wir heute nicht mehr und mit dem verschwinden des Tageslichts verkrochen wir uns in unseren Schlafsäcken.

Die Nacht war etwas frisch, ich hatte vergessen, dass die Nachtfeuchtigkeit außerhalb des Waldes auf einer Wiese deutlich mehr war als im Wald. Deswegen waren unsere Schlafsäcke etwas feucht und somit auch nicht mehr so warm. Wir hätten ja ein Tarp dabei gehabt....aber einfach nicht an die Nachtfeuchtigkeit gedacht....

Ein warmes Müsli und ein leckerer ChaiTee wärmte uns wieder auf. Und auch die Sonne versuchte schon ihr bestes.

Gleich zu beginn des Tages passierten wir die Torfelsen, dass sind sehr schöne Höhlen neben einem Tor artigem Durchgang, daher auch der Name.

Mal auf schmalen Trails und leider aber auch oft auf Forststraßen führte uns der Weg nach Kinding und fort dort auf wunderschönen Trails weiter nach Kipfenberg. Heute wurden wir mit sensationellen Ausblicken regelrecht verwöhnt und wir konnten uns gar nicht satt sehen an dem wunderschönem Altmühltal.

Mittagspause machten wir direkt an der Altmühl, an einem von vielen Bootsrastplätzchen.

Ich nutze die Gelegenheit und ging mit meinen zwei Mädls eine Runde schwimmen. Dies war eine mehr als willkommende Abkühlung, denn die Sonne brannte mit voller Wucht vom Himmel.

 

Nach fast zwei Stunden Pause trennte ich mich dann schweren Herzens von meinem Badeplatz, aber nicht ohne noch ein letztes mal in die Almtühl zu hüpfen. So erfrischt lief es sich auch gleich viel angenehmer.  

Noch kurz in einer Gaststätte das Wasser aufgefüllt, dabei bekamen die Hunde von der Wirtin auch gleich noch was leckeres zugesteckt, und dann nichts wie weiter.

Am Ortsende ging es zum Glück erst mal in den Wald, dort waren die Temperaturen erträglicher. Nach ein paar Kilometern ging es hinein in die wunderschöne Gundoldinger Heide. Diese war wirklich schön, aber es war einfach nur unerträglich heiß, die Sonne prallte mit voller Wucht auf uns herunter und niergens ein Schattenplätzchen. Wir tranken was das Zeug hält, aber die Hitze machte uns doch ziemlich zu schaffen, doch wir hatten ein Ziel vor Augen und deswegen hieß es Zähne zam beißen – die nächsten Tage soll es kühler werden. Der Weg war landschaftlich auch ein Traum, nur halt ziemlich heiß.

In Rieshofen füllten wir bei einer netten Dame unser Wasser wieder auf, diese machte uns dann auch darauf aufmerksam, dass morgen Feiertag ist.....ähm upsi....das kann ja lustig werden, wir haben für morgen nicht mehr so wirklich was zum essen und heute kommen wir an keinem Supermarkt mehr vorbei.

Also schnell meine Eltern angefunkt, aber die waren heute auch nur in so nem kleinen Kaff ohne Supermarkt. Naja irgendwie wird es schon hinhauen. Frühstück haben wir noch, mittag auch noch irgendwie und Abends gehen wir halt dann essen.

Gegend Abend wurden die Temperaturen wieder angenehmer und es lief sich wieder besser, dass war auch gut so, denn uns standen noch ein paar Kilometerchen bevor. Nochmal auf einer Bank ein Päuschen eingelegt, bevor uns der heutige Endspurt auf einer langweiligen, schnurgeraden Forststraße bevorstand. Unterbrochen wurde das Stück nur von der sehr schönen Mammuthöhle, die paar Extrameter zum Eingang hatten sich auf jedenfall gelohnt. Oberhalb von Pfünz schlugen wir uns in den Wald und fanden dort ein richtig gemütliches Plätzchen für die Nacht.

 

Nach dem heutigen Tag waren wir alle ziemlich müde, nur noch das Abendessen zubereiten und nach dem Essen ging es ab ins Bett, Energie für den nächsten Tag tanken.

Schön ausgeruht wachten wir am nächsten morgen auf, erst mal die Hunde versorgen. Danach gab es für uns selber wieder Müsli und Tee dazu. So frisch gestärkt schnürten wir unsere Schuhe und es ging wieder weiter. Noch waren die Temperaturen angenehm kühl. Also galt es Strecke machen.

Doch irgendwie ging es heute dem Amigo nicht so gut. Nach dem losgehen knickte er mit einem Vorderbein ein und er wollte nicht so recht vorwärts gehen.

Dass seltsame dabei war aber, dass ihm am Vortag nichts anzusehen war, obwohl wir da echt lange unterwegs gewesen waren.

So im unklaren gingen wir langsam weiter und hofften auf Besserung, doch auch nach den ersten Einlaufkilometern wurde es nicht besser. Wir beide waren ratlos, was den die Ursache sein könnte.

Mittags wollten wir meine Eltern an einem schönen Plätzchen an der Altmühl treffen. Somit lautete der Plan, erst mal bis zu diesem Treffpunkt kommen und dann über das weitere Vorgehen entscheiden.

Als wir so in der prallen Sonne einen Schotterweg hinauf marschieren springt die Riis auf einmal mit ihren fetten Packtaschen aus dem Stand nen Meter senkrecht in die Höhe....Eine Schlange verschwindet rasch im Gestrüpp. Von da an schaut Riis den restlichen Tag jeden Stock genau an und macht lieber erst mal einen Bogen drum. Und inspizierte diesen genau, bis sie überzeugt war, dass es nur ein Stock ist....sicher ist sicher.

 

Irgendwann erreichen wir dann den Treffpunkt. Filou empfing uns schon freudig. Meine Mädls wollen nur in den Schatten und Pause machen. Jetzt erst mal Mittag machen und über das weitere Vorgehen beratschlagen. Da im laufe des Vormittags aber keinerlei Besserung bei Amigo zu sehen war, sondern eher das Gegenteil, entschied sich Simone dafür mit Amigo hier zu bleiben und vielleicht morgen weiterzugehen oder eben auch nicht.... nach einer weiteren Diskussionsrunde fällte auch ich meine Entscheidung, ich werde mit meinen Mädls ganz normal den Plan weiterverfolgen und jetzt weiter Richtung Gunzenhausen marschieren. Das Auto muss ja irgendwie abgeholt werden.  

Am Abend im Zelt erfahre ich, dass Simone eine Mitfahrgelegenheit nach München gefunden hat und von dort mit der S-Bahn heimgefahren ist, denn Amigo ging es wirklich schlecht und er erholt sich auch die Tage später nur langsam.

Für uns gab es an der Hammermühle nochmal einen Badestop, Abkühlung für alle...

Von dort weiter nach Mörnsheim und direkt am Weg in ein Gasthaus eingekehrt. Ganz spontan gab es ein veganes sehr leckeres Essen für mich, total nett von denen. Für heute Abend war noch ein Gewitter angesagt, deswegen muss der Schlafplatz gut gewählt werden. Dazu ging es erst mal noch über einen Berg und auf einer kleineren Lichtung im Wald fand ich ein schönes Plätzchen. Eben aber doch noch Bäume als Schutz vor dem Regen darüber.

 

Heute baute ich dann zum ersten mal auf der Tour mein Tarp auf, in dass ich nach einem Tee auch schnell verschwand. Doch was war das? Eine Fliegeninvasion – ich hatte mein Tarp anscheinend direkt über einem Babyfliegennest aufgebaut und diese schwirrten jetzt am Zeltdach entlang. Mhh und jetzt? Wenn das Licht aus war, waren die Fliegen ruhig, ich hoffte nur dass dies auch so blieb. Und ja ich hatte eine ruhige Nacht, sogar das Gewitter zog vorbei und mein Tarp bekam davon vielleicht fünf Regentropfen ab.

Zum Frühstück gab es heute improvisiert den letzten Rest Brot belegt mit Trockenobst und Nüssen und natürlich Tee, denn der gehört einfach dazu. Flotten Schrittes sind wir erstmal bis Pappenheim marschiert, daher kommt der Spruch „Daran erkenne ich meine Pappenheimer“ (von Schiller). Glücklicherweise gab es dort einen Markt, dort habe ich mich dann erst mal mit leckeren Dingen eingedeckt. Und freute mich dementsprechend schon total auf die Pause.... Doch jetzt erst mal noch ein paar Kilometer laufen. Nach Treuchtlingen war es dann aber wirklich Zeit für die erste Pause. Ich hatte eine leckere vegane Schnitte erstanden, diese wurde jetzt mit Genuss verzehrt. Die Mädls bekamen natürlich auch ihren Streifen Trockenfleisch, sie sollen ja nicht leben wie die Hunde.

Als es weiterging lies ich meine Gedanken schweifen und achtete nicht mehr so auf den Weg, aber zum Glück gibt es nette Leute, diese haben mich schon nach ein paar Metern als ich zufälligerweise an deren Haus vorbei bin, angesprochen dass hier aber nicht der Wanderweg lang ginge...es gibt halt doch noch nette aufmerksame Leute.

 

Auf dem weiterem Weg kam man an einer Keltenschanze vorbei, die aber scheinbar noch für irgendwas genutzt wird, neugierig wie ich bin, habe ich mir das mal genauer angeschaut. Es war ein Nachbau eines alten Keltendorfs. Das Betretungsverbot respektierend schaute ich mir das Dorf nur vom Wall an, aber dies wäre das perfekte Spielparadies für mich als Kind gewesen.

Heute pfiff der Wind ganz schön und es war gar nicht so leicht ein geeignetes Plätzchen für die Mittagspause zu finden, ich fand eine Bank die einen Kompromiss aus Aussicht und geschütztem Plätzchen darstellte, dort gab es Avocado auf Semmel – mhh lecker.

Auf nicht so wirklich spannenden Wegen ging es Richtung Wolfsbronn. Doch davor kamen wir noch an der Steineren Rinne vorbei, dies ist eine geologische Besonderheit. Denn dort baut sich ein Kalkrinne selbstständig in die Höhe, anstatt wie normal vom Wasser immer weiter in den Fels hinein geschliffen zu werden. Dinge gibs....echt sehenswert diese Rinne.

In Wolfsbronn bei einer älteren Dame noch unser Wasser aufgefüllt, die konnte gar nicht glauben, dass meine Hunde das alles einfach so mitlaufen.

Heute waren meine Füße doch etwas müde und ich war mehr als froh als endlich mein geplanter Nachtplatz näher rückte.

 

Dort habe ich mir mit wunderschöner Aussicht mein Abendessen zubereitet. Mit der Dämmerung kam die kälte, wir verzogen uns ein Stück in den Wald hinein. Dort schlugen wir unser Nachtplätzchen neben einem Bach auf und das rauschen wirkte wie ein Schlafmittel.

Erholt erwachten wir am morgen, nur noch 17km bis Gunzenhausen, also sind wir so gegen Mittag da. So schnell können 200km vorbei sein. Wehmut kam auf, aber jetzt erst mal noch die letzten Kilometer in vollen Zügen genießen. Doch kein Kilometer ohne ein gescheides Frühstück und den morgen Tee, dem Kocher sei dank. Sonderlich abenteuerlich war die Wegführung heute nicht mehr, aber dafür ziemlich meditativ. Im laufe des Vormittags kamen uns einige andere Wanderer entgegen, für die das Abenteuer gerade erst beginnt. An einem schönem Platz legten wir noch eine Pause ein, wir wollten schließlich den letzten Tag noch etwas genießen. Dort wurden dann auch die letzten Essensvorräte vernichtet. Man braucht ja schließlich kein Essen mit zum Auto schleppen. Am Horizont war Gunzenhause schon auszumachen und mit jedem Schritt kam es näher, dass war es jetzt also...unsere zweite Flachlandtour in diesem Jahr.
Jetzt ist aber Schluss damit, nun stehen wieder die Alpen mit vielen Höhenmetern auf dem Programm.

Aber eines habe ich gelernt, auch das Mittelgebirge hat ihre schönen Ecken und es ist einfach was anderes und bietet sich hervorragend im Frühling oder Herbst zum wandern an, wenn in den Alpen einfach noch oder schon Schnee liegt....

 

Fatzit: Mittelgebirge wir kommen wieder...mal schauen wohin es uns dann verschlägt.

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Kommentare: 1
  • #1

    Simone (Montag, 03 Juli 2017 09:38)

    Das Mittelgebirge ist definitiv einen Besuch wert! Amigo und ich hatten sehr viel Spaß, wenn auch ein wenig Pech mit den Pfoten und hin und wieder ganz schön zu kämpfen ;-)
    Wunderschöne Bilder hast Du gemacht von uns allen!