Benewand by fair means

Oder einfach gesagt eine Bike and Hike Tour mit Start und Ziel an der Haustür.
Für den Sonntag war bombastisches Wetter angesagt und so war es eigentlich schon Pflicht diesen Tag in den Bergen zu verbringen. Da ich dieses Wochenende aber komplett alleine mit meinen Wuffls unterwegs bin, habe ich dann immer bisl ein schlechtes Gewissen, wenn ich das Auto nutze. Na klar es ist nicht immer vermeidbar und wenn ich eine Tour machen möchte die weiter weg ist und ich auch ganz gerne mal alleine unterwegs ist, dann muss man halt in den sauren Apfel beißen. Ich versuche einfach nur in meinem eigenen Ermessen meinen Ökologischen Fußabdruck so gering wie möglich zu halten.

Also stand diesmal das Projekt mit dem Bike in die Berge auf dem Plan. Zum Glück beträgt die Entfernung von mir bis zu den Voralpen „nur“ 30km. Das würde dann im gesamten doch ein ganz ordentliche Strecke , weniger für mich auf dem Radl, sondern vor allem für meine Hunde, die die gesamte Strecke laufen müssen. Das würde echt eine Herausforderung werden, ich hielt mir bei der ganzen Unternehmung immer die Option offen, dass ich daheim anrufen kann und abgeholt werde, denn die Gesundheit der Hunde geht definitiv vor.

 

Am Abend noch alles nötige gepackt, viel war es eh nicht. Um Sechs schrillte der Wecker, ich wollte so kurz nach 7 Uhr loskommen um für die Hinfahrt noch möglichst kühle Temperaturen zu haben. Nach einem leckeren Frühstück für mich und die Hunde, war noch etwas Zeit zum relaxen, da die Hunde etwas vorverdauen sollten. Ich richtete in der Zeit das Radl her und trank noch nen leckeren ChaiTee mein persönliches must have in der Früh.

 

Gegen 7:30 ging es dann los. Die Hunde waren höchst motiviert und wollten lospreschen, ich bremste sie runter, da sie einerseits noch nen vollen bauch hatten und andererseits sich heute Ihre Energie echt einteilen mussten. Ich wählte ein gemäßigtes Tempo, genau so die Grenze an der sie Traben oder Galoppieren können, so wie jeder Hund das gerade möchte.
Zuerst ging es an der Loisach und dann am Loisachkanal entlang von Wolfratshausen bis Eurasburg. Als nächstes folgte ein Stück nach Beuerberg auf einem normalen Radweg mit Teerbelag, aber auf der Seite gab es ein schönen Grünstreifen, den meine Hunde auch nutzen. Es lief wie am Schnürchen und die Kilometer flogen nur so dahin. Die Berge rückten dabei immer näher und die Vorfreude stieg. Wobei Vorfreude ja irgendwie falsch gesagt ist, wir sind ja jetzt schon mitten in der Tour, also nennen wir es einfach Gipfelfreude. Weiter ging es dann nach Maxkron bei Penzberg. Jetzt war es wirklich nicht mehr weit, erst nach Bichl und von dort nach Benediktbeuern. Während der ganzen Tour hatten wir häufig die Loisach oder einen Bach neben uns. Spätestens alle 5km trafen wir auf eine geeignete Wasserquelle für die Hunde, zusätzlich hatte ich aber auch noch Wasser für die fleißigen Vierbeiner dabei. 

Mit der Ankunft am Alpenwarmbad in Benediktbeuern war die erste Etappe, die Flachlandetappe mit dem MTB erledigt. Nun folgte erst mal eine kleine Pause am Lainbach, die Hunde erfrischten sich in dem kühlen Wasser.
Der Parkplatz am Alpenwarmbad ist dann auch der normale Parkplatz, wenn man die Bike & Hike Tour auf die Benediktenwand machen möchte. Man kann die Tour natürlich auch nur zu Fuß machen, allerdings hat man dann nen ordentlichen Hatscher zu Fuß vor sich, auf langweiligen Forstwegen. Ab dem Bike Depot wird der Weg erst richtig schön und zu Fuß Lohnenswert. Nach dieser ersten längeren Pause ging es weiter. Für die Hunde war es jetzt entspannt, der Forstweg führte leicht bergauf und das Frauli durfte gscheid strampeln, während die Hunde einfach nur entspannt neben her trabten. Der Weg führte entspannt ansteigend in das Lainbachtal und langsam gewonnen wir an Höhe. Irgendwann folgte ein steiles Teilstück mit groben Schotter, bei dem man das Bike schieben darf, ich fand das ganz angenehm um meinen platt gesessenen Arsch zu entspannen. Nach diesem anstrengendem Teilstück ging es wieder angenehm auf dem Forstweg weiter. Es ging immer leicht bergauf, genau so, dass es immer angenehm und gut zu fahren war. Nach gut 3h erreichten wir das Bikedepot, das schon regelrecht überquoll. Ich habe dann doch noch ein Plätzchen für mein Bike gefunden. Von jetzt an ging es zu Fuß weiter, die Hunde tingelten einfach nur neben mir her, keiner der zwei musste ziehen, das war für die zwei also ziemlich relaxt. In kürzester Zeit hatten wir die Höhenmeter bis zur Hütte bezwungen, der Weg führt bis dahin in schön trailigen Serpentinen durch den kühlen Wald bergauf. An der Hütte angekommen, ragt vor uns schon die fast senkrechte Nordwand empor. Wer hier zum ersten Mal steht fragt sich erst mal, wie man den jetzt zu dem Gipfelkreuz kommen soll, das man schon von hier Unten erspähen kann, wie es groß auf dem Gipfel thront. Die Rätsellösung ergibt sich mit einem Blick auf die Karte, der Gipfel wird von Osten oder Westen erklommen. So ergibt sich eine schöne Rundtour. Ich habe als Anstieg die Ostvariante gewählt, dies ist die schwierigere Variante (Roter Wanderweg) und es gibt ein zwei Drahtseilversicherte Passagen. Diese sind aber nicht wirklich schwierig und für Mensch und Hund gut machbar. Das ein zigste Problem, das man bei der Überschreitung der Benewand hat, ist dass die Tour so beliebt ist und die Steine damit schon ziemlich abgetreten sind, was sie vor allem bei Nässe sehr rutschig macht. Kurz nach der Hütte füllten wir an einer Quelle an einem kleinen Bach nochmals unsere Wasservorräte auf und dann ging es im Speed Hiking Modus Richtung Gipfel. Die Sonne schien strahlend vom Himmel und es wehte immer ein leichtes Lüftchen, was extrem angenehm war. Über wunderschöne Trails erreichten wir in bisl mehr als ner Stunde den Gipfel, die Zeit vom Bikedepot bemessen. Auf dem Gipfel war die Hölle los, aber etwas abseits fanden wir ein schönes Plätzchen und gönnten uns eine Richtig ausgiebige Pause mit leckere Gipfelbrotzeit. 

Nach dem unser Erholsames Päuschen dann doch Irgendwann zu Ende ging, da wir ja auch alles wieder zurückmussten, machten wir uns dann so langsam an den Abstieg. Diesmal wählten wir den Westweg, dadurch ergibt sich eine schöne Runde ab der Hütte, diese erreichten wir auch ziemlich schnell wieder. An dem kleinen Fluss neben der Hütte konnten die Mädls sich nochmal die Füße abkühlen und was trinken, bevor es weiter hinab zum Bike ging. Im lockeren Laufschritt trabten wir den Berg hinab, der Trail ist ziemlich angenehm zu laufen und ein richtiger Flow entsteht. Nach wenigen Minuten waren wir auch schon wieder unten am Bikeparkplatz. Nach etwa 300m Bergab, zweigt nach links ein kleiner Pfad ab, der erstmal mitten durch eine Kuhweide führt. Die Kühe dort sind aber Erfahrungsgemäß sehr entspannt, da hier einfach so extrem viele Wanderer auch mit Hund durchmarschieren. Über die Weide ging es schon los mit den Trail, der von einigen Steinen verblockt war, aber für einen Biker mit bisl Erfahrung sehr gut zu fahren. Es ist also so ein Trail für den Fortgeschrittenen Einsteiger, der schon mit bisl Steinen auf Trails zurechtkommt und zu Not schiebt man einfach mal kurz ein kleines Stück. Hier hatten dann auch meine beiden Mädls einen Heidenspaß den Berg hinab zu flitzen. Ich konnte derweil mein Bikekönnen etwas verbessern. Die Trails sind für die Hunde super, da haben wir etwa das gleiche Tempo, auch der Untergrund ist für die Hunde gut zu laufen. Doch nach dem schönem Trail und zwischendurch gibt es ein paar Abschnitte Forststraße, die mit ihrem Schotter Gift für Hundepfoten ist, diese bin ich dann mit deutlich angezogener Bremse gefahren. Das Wohl der Hunde kommt vor dem eigenen Spaß einer schnellen Abfahrt.

Wenn man mit Hund unterwegs ist, sollte man sich immer bewusst sein, dass beim Bergabfahren, auf den Hund enorme Kräfte wirken, die bei jedem Schritt abgefangen werden müssen und vor allem Schotterwege die Pfoten extrem strapazieren. Ein Verantwortungsbewusster Hundebesitzer stellt seinen eigenen Spaß dann hinten an und fährt dem Berg in langsamen angemessenen Tempo hinab.

 

 

Unten angekommen legten wir noch eine wiederholte Pause am Lainbach ein.
Von jetzt an geht’s wieder so gut wie eben zurück nach Hause. Das Wetter war Grenzwertig, aber dank dem kühlen Lüftchen das heute wehte und den Wolken die sich immer wieder vor die Sonnen schoben, war es ok. Vor allem da wir dauernd an Bächen oder Flüssen vorbei kamen an denen sich die Mädls erfrischen konnten. Ich beobachte meine Mädls auf dem gesammten Heimweg ganz genau, um jederzeit reagieren zu können, wenn mir auffallen sollte, dass es zu viel für sie wäre, dann würde ich mich auch nicht davor scheuen daheim anzurufen und den „Taxiservice“ zu ordern.
Doch es lief richtig gut, unsere Durchschnittsgeschwindigkeit war etwas geringer als bei der Hinfahrt, aber die zwei trabten und galoppierten immer noch munter vor sich hin.

Auf dem Radlweg, war wie schon bei der Hinfahrt erstaunlich wenig los, dafür dass es so ein schöner Sonntag war. Uns störte das in keinsterweise, so konnten wir fast ungestört entlang radeln. Nach einigen vielen Kilometern erreichten wir auch wieder den Isar-Loisach-Kanal, dort fahre ich häufiger mit den Vierbeinern entlang. Die Hunde erkannten ihr bekanntes Terrain und Fala war gar nicht mehr zu bremsen, sie zog vom Tempo nochmal richtig an und Galoppierte munter neben dem Radl her, Riis lies sich mitreißen und so legten wir die letzten 8km innerhalb kürzester Zeit zurück. Daheim angekommen wurden wir erstmal freudig von Filou empfangen, der sich heute einen chilligen Tag in der Sonne gegönnt hatte, Rentner halt...

Die Mädls verkrümelten sich ziemlich schnell auf ein gemütliches Plätzchen in der Sonne und  begannen mit der verdienten Regeneration. 

 

Fazit der Tour, meine Mädls waren der hama, sie haben super durchgehalten und hatten definitiv auch Spaß bei der ganzen Unternehmung. Am nächsten Tag sah man den beiden etwas an, dass sie gestern extrem lange Unterwegs war, aber außer etwas Steifen Beinen fehlte Ihnen nichts und nach einem kompletten Tag Regeneration sind sie heute, am Dienstag, schon wieder ganz die alten.

 

Insgesamt waren es 79km und 878hm mit dem Bike, dafür waren wir insgesamt knapp 6h unterwegs, dazu kommen noch 9,1km mit 695hm Hiking hinzu, dafür benötigten wir knappe 2h. Also fahren wir etwa 8h in Bewegung und haben noch drei große Pausen und ein paar kleinere gemacht, so sind wir auf eine gesamte Pausenzeit von 1:30h gekommen.

Für die komplette Runde waren wir somit 9:30h unterwegs. Ich finde das kann sich durchaus sehen lassen und wir haben den schönen Tag optimal ausgenutzt.

 

Ich kann jedem nur empfehlen, einfach mal was neues ungewöhnliches auszuprobieren.

Dabei natürlich immer den Trainingstand von sich und dem Hund beachten und das wichtigste, immer Spaß bei der ganzen Sache haben....

Also viel Spaß bei euren eigenen Abenteuern  

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